Zitat der Woche :
"Höre jeden Tag in dich hinein, damit du erfährst, was deine innere Stimme dir sagen will." Patrice Jeancourt

 

Grundlage ganzheitlicher Gesundheit und Selbst-Heilungskraft

„Im Anfang war der Rhythmus“, formulierte es der Dirigent und Komponist Hans von Bülow,

Alles Lebendige ordnet sich in Rhythmen – so ist der natürliche Urzustand aller Organismen und Systeme in rhythmischen Prozessen verankert. Gesundheit, als ein natürlicher Urzustand, ist damit ebenfalls maßgeblich an naturgegebene rhythmische Prozesse gebunden.

Rhythmus ist ein Naturgesetz. Unser unmittelbar lebenserhaltenster Rhythmus ist unser Herzschlag. Das Hochleistungsorgan Herz, schlägt ein ganzes Leben lang in rhythmischer Folge 70-mal pro Minute, 100’000mal am Tag und 36’800’000mal im Jahr. Ein unvorstellbar  WunderVolles Meisterwerk unserer Natur.

Der Begriff »Rhythmus« leitet sich vom griechischen rheein – fließen ab. Damit wird ein fließendes Ineinanderübergehen von polaritären Zuständen gemeint.

Dies wird häufig mit dem Bild eines schwingenden Pendels verglichen: So schwingt das Pendel beispielsweise vom Tag zur Nacht und wieder zurück zum Tag und weiter hin und her… 

Das Bild, das mir noch besser gefällt, weil es um einiges aussagestärker ist, ist das Medizinrad. Auch hier gehen polare Qualitäten abwechselnd ineinander über. Allerdings wird in diesem Bild deutlich, wie wichtig auch jeder einzelne Augenblick zwischen den Polen für ein ausgeglichenes, „rundes“ Dasein ist. So besteht das Grundgerüst eines jeden Medizinrades nicht nur aus den Himmelsrichtungen Süden und Norden (polarisierender Zustand wäre hier „Höchstmaß an Sonne“ und „gar keine Sonne“) oder Osten und Westen (Sonnenaufgang / – untergang). Es braucht alle 4 Himmelrichtungen und auch die Räume dazwischen (Nordosten etc.) um allen Phänomenen innerhalb eines ganzen Ablaufs seinen zugehörigen Platz einzuräumen. Auch wird im Bild des Rades deutlich, dass die selben Zustände immer wieder in fester Reihenfolge lebendig werden, ohne dass dabei Altes wiederholt wird – vielmehr entsteht alles aus seinem vorherigen Zustand bedingt neu. (Beim Pendel wirkt es für mich eher, wie wenn man dabei nicht von der Stelle kommt, immer wieder umkehrt, zurückkehrt.) 

Allein schon aus dieser wertschätzenden Weise, jedem Lebensaugenblick seinen Raum zu geben, wird Heilung möglich. 

Medizinräder werden oft als Steinkreise beschrieben, die Orte der Kraft und Magie sind und deren Wirken Wunder entstehen lässt. In seiner Urbedeutung ist dieser spirituelle Aspekt bereits im Wort MedizinRad enthalten. In nordamerikanischen Indianerstämmen bezeichnet „Medizin“ jene geheimnisvolle Verbindung zum „Großen Geist“, die Heilung entstehen lässt.

Zugleich bezeichnet „Medizin“ aber auch die Erkenntnis kosmischer Gesetze. Diese sind in ihrer letzten Instanz sehr bodenständig und besagen, dass alles seine Zeit und seinen Raum braucht. Dass Krankheiten entstehen wenn polare Zustände dringend einen Ausgleich brauchen.

Die Arbeit mit dem Medizinrad ist inzwischen schon so bekannt für seine bodenständige Wirksamkeit, dass sie auch fernab von spirituell Sinnsuchenden zur Lebensqualitätssteigerung z.B. auch im Businesskontext eingesetzt wird. In sämtlichen Lebensbereichen wie Gesundheit, Business, Schule, Familie, Sport, Beziehungen, Finanzen, Marketing … trägt die Arbeit mit dem Medizinrad – und damit die Arbeit am eigenen Lebensrhythmus – dazu bei, vorteilhafte Veränderungen zu bewirken. 

Übertragen auf Tag und Nacht erinnert uns das Bild des Medizinrads unter anderem nicht nur daran, dass der Körper Aktion und Schlaf braucht, sondern auch wie wichtig z.B. Abend- und Morgenrituale sind um in den Schlaf zu finden bzw. morgens in die Gänge zu kommen.

Kommt es zu Störungen grundlegender Rhythmen, wie bspw. des Schlaf-Wach-Rhythmus, beeinträchtigt dies maßgeblich unsere Gesundheit, indem sie u.a. unmittelbar unser Immunsystem schädigen können.

Bereits Hippokrates (460-375 v. Chr.) erkannte und lehrte, dass, wer häufig gegen seinen biologischen Rhythmus lebt, davon krank wird. Ganz konkrete Beispiele hierfür sind auch Inhalte aktueller Studienergebnisse:

  • Das Ergebnis einer Studie, die im Dezember 2011 veröffentlicht wurde, zeigt einen deutlichen Zusammenhang auf: Frauen, die morgens lieber ausschliefen als aktiv zu sein, wiesen ein um bis zu 80 Prozent höheres Risiko auf eine Demenzerkrankung auf, als die Frauen, die früh aufstanden und sich gleich am Morgen sportlich betätigten – und wenn es nur ein kleiner Spaziergang war. Nach Ablauf der Studienzeit (5 Jahre) zeigte sich bei 39 Prozent der ansonsten vollkommen gesunden Damen im Alter von mindestens 75 Jahren, dass sie eine milde Demenz ausgebildet hatten.
  • Jahrelange Nachtschichtarbeit führt vielen Untersuchungen zufolge zu einem deutlich erhöhten Krebsrisiko.

Ein Faktor der dazu beiträgt, innere Rhythmen gesundheitsgefährdend zu verschieben oder aufzuheben ist unnatürlicher Stress. Mit unnatürlichem Stress sind die Stressmomente gemeint, die nicht dem natürlichen Wirkkreis von gesundem Stress durchlaufen. Hierbei gibt es zunächst das „Wittern“ einer Gefahr (z.B. der Gedanke, an diesem Morgen deutlich später aufgestanden zu sein), es folgt ein klarer Stressauslöser (Blick auf die Uhrzeit) eine starke körperliche Reaktion (Rennen zum Bus) und eine anschließende Entspannungsphase (Busfahrt). Unnatürlicher Stress zeichnet sich dadurch aus, dass er chronisch ist und parallel zum Alltag mitläuft (also nie beendet wird) oder keinen körperlichen Einsatz braucht und rein kognitiv abläuft. Die Körperstoffe, die zur Bewältigung einer natürlichen Stresssituation ausgeschüttet wurden verbleiben ungenutzt im Körper und machen auf Dauer krank.

Ein Beispiel, wie wir heutzutage schon mit dem Beginn unseres Lebens mit natürlichem / unnatürlichem Stress konfrontiert sind:

  • Der natürliche Geburtsverlauf erzeugt einen natürlichen Stress. Er hat eine tiefgreifende, sinnvolle Auswirkung auf das Immunsystem des Neugeborenen, für  Zellen wie für  Drüsen. Es ist inzwischen gründlich erforscht und nachgewiesen, dass eine natürliche Geburt der Ausgangspunkt für immunmodulierende Prozesse ist, die einen gewissen Infektionsschutz für das Neugeborene bedingt. Die vermeintlich schonende Variante einer Kaiserschnittentbindung beeinträchtigt z.B. die vermehrte Aktivität weißer Blutkörperchen, die eine Folge natürlicher Wehentätigkeit ist. Nach einer Kaiserschnittentbindung sinkt deren Zahl, sie leben kürzer und sind weniger aktivierbar. Auch die Serumkonzentrationen von immunrelevanten Hormonen wie Epinephrin, Norepinephrin, ACTH und Prolactin sind nach einer Kaiserschnittentbindung reduziert. Damit sind Immundefizite beim Neugeborenen nach einer Kaiserschnittentbindung ein begleitender Umstand.

Den eigenen Rhythmus im Alltag zu leben ist eine Herausforderung für jeden Menschen unserer Zeit. Zu lernen, spontan und offen für Neues zu bleiben, es anzuwenden, sich dem Fluss des Lebens hinzugeben und nicht am Alten hängen zu bleiben, ist wahre Lebenskunst. Das Geheimnis in den rhythmischen Vorgängen liegt darin, dass fortlaufend Gegensätze in einen Bezug zueinander gebracht werden. Die Übergange in sich gelten als „heilige Räume“ – hier ist wesentliche Wirksamkeit möglich. Hier kann Erlebtes und Reflektiertes integriert werden – Erkenntnisse und Visionen gesammelt werden.

Das heißt, der bewusste Ausgleich der polaren Qualitäten ist ebenso wichtig wie die wertschätzende Nutzung der Übergänge. Alles Natürliche im Leben ist in solch einem Kommen-und-Gehen-Kontext eingebunden. Alles, das nicht in diesem natürlichen Eingebundensein gelebt wird, stört unser natürliches Gleichgewicht, lässt Krankheit entstehen. Alles Leben im Bewusstsein des lebenserhaltenden Rhythmus wirkt sich direkt körperlich aus – reguliert unser Nerven- und Hormonsystem und regt damit nachweisbar unsere Selbstheilungskräfte auf allen Ebenen an.

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Diesen Effekt nutzen alle naturgebundenen Therapien gleichermaßen, wenn auch mit ganz unterschiedlichen Strategien:

-          Homöopathische Medikamente werden mittels rhythmischer Verschüttelung verdünnt,

-          Antroprosophen bedienen sich gern der rhythmischen Massage,

-          Atemtherapeuten nutzen den ureigenen Atemrhythmus,

-          Die TCM beruft sich u.a. auf Gesetzmäßigkeiten der Organuhr. Sie ordnet den Stunden eines Tages im 2-Stunden-Rhythmus die erhöhte Aktivität jeweils eines Organs zu (Von nachts 1 bis 3 Uhr die Leber, von 3 bis 5 Uhr die Lunge, von 5 bis 7 Uhr den Dickdarm, von 7 bis 9 Uhr den Magen, von 9 bis 11 Uhr die Milz, etc.).

-          Musiktherapeuten arbeiten mit in Rhythmus eingebundenen Melodien. Vor allem klassische Musik wie die von Mozart hat sich in Studien als wirksam gezeigt. Neuere Forschungsergebnisse weisen darüber hinaus darauf hin, dass sich eine Abneigung gegen das jeweilige Musikstück auch körperlich negativ äußert, und dass jegliche Musik, die der Patient als angenehm empfindet sich, ungeachtet des Genres, als heilsam erwiesen hat.

-          Auch Rosenkranzbeten, OM-Gesänge oder gesprochene Mantren haben nachweislich eine gesundheitsfördernde Wirkung.

-          Das laute Rezitieren antiker Gedichte, während man einen Raum durchschreitet, hat in mehreren Versuchen gezeigt, daß Puls und Atem in Übereinstimmung gelangen. Das Hexameterversmaß, bei dem sechs Silben pro Verszeile betont werden (wie auch beim Mantra „OM MANI PADME HUM „ , schwingt den Körper in seinen eigenen Rhythmus ein, was Atem und Herzschlag beruhigt.

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Nutzen Sie Ihren Rhythmus, so dass Ihr Leben mit seinem Pulsschlag lebendig werden lässt !

Finden Sie Ihre Strategien, die Ihnen helfen, den nötigen Ausgleich in Ihrem Leben zu kreieren, so dass sie Ihr gesamtes Potenzial nutzen können !

Reyhaneh Redlich

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